Gefäßentzündungen bei Kindern


Rote Hautflecken als Kennzeichen
Gefäßentzündungen bei Kindern

Treten bei Kindern dunkelrote Hautflecken ohne Juckreiz auf, kann dies auf eine Entzündung der Blutgefäße hinweisen. Experten empfehlen Eltern, die Ursache beim Facharzt zu klären.

Eine Entzündung der Blutgefäße kann sich bei Kindern als Hautausschlag äußern. Diese Art Ausschlag bezeichnen Mediziner als Purpura Schönlein-Henoch (Henoch-Schönlein Purpura, HSP). Kennzeichnend sind dunkelrote Flecken. Diese treten  meist an den Unterschenkeln auf und breiten sich teilweise bis zum Gesäß aus. Das Besondere: Die stecknadelgroßen bis münzgroßen Flecken jucken nicht. Denn ursächlich sind Einblutungen in die Haut.

Auch Organe können betroffen sein

„Diese Einblutungen in die Haut beruhen auf einer Zerstörung der kleinsten Blutgefäße durch eine Entzündung und Ablagerung eines bestimmten Eiweißstoffs, dem sogenannten Immunoglobulin A. Die als Purpura Schönlein-Henoch bezeichnete Krankheit kann nicht nur die Haut, sondern auch andere Organe befallen, wie Darm und Nieren. Deshalb sollten Eltern mit ihrem Kind einen Kinder- und Jugendarzt konsultieren“, rät Prof. Hans-Jürgen Nentwich, ehemaliges Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) mit langjähriger Klinikerfahrung.

HSP: oft Folge eines Infekts

Im Alter zwischen zwei und zehn Jahren erkranken die meisten Kinder an einer HSP. Sie gehört zu den häufigsten Gefäßentzündungen bei Kindern. Die HSP folgt häufig einer viralen oder bakteriellen Erkrankung, zum Beispiel einer Erkältung. Ebenso kann sie eine Reaktion auf eine bestimmte Substanz oder ein Medikament sein. Neben den Hauterscheinungen treten in einigen Fällen Gelenkschmerzen sowie Bauchkrämpfe auf, die von Übelkeit und Erbrechen begleitet werden. „Der Kinder- und Jugendarzt kann mithilfe von Stuhl- und Urinproben kontrollieren, ob minimale, für das bloße Auge nicht sichtbare Blutspuren darin beigemengt sind. Dies würde bedeuten, dass der Darm und/oder die Nieren beteiligt sind“, erklärt Prof. Nentwich.

Auf Blutbeimengungen in Urin und Stuhl achten

Manchmal können auch Eltern Blutungen im Magen-Darm-Trakt bemerken, zum Beispiel wenn bei dem Kind dunkel gefärbtes oder „kaffeesatzartiges“ Erbrechen auftritt. Auch wenn der Stuhl fast schwarz aussieht, weist dies auf eine Blutung im Verdauungstrakt hin. Man spricht dann von „Teerstuhl“.

Bei etwa 7 Prozent der kleinen Patienten kommt es zu einer Nierenentzündung. Erkennen Eltern Blut im Urin, ist dies ein deutliches Warnzeichen dafür, dass Gefäße der Nieren entzündet sind. Das Risiko für eine Beteiligung der Nieren wird vermutlich durch Übergewicht gesteigert. Bei einer Nierenentzündung muss das Kind zu regelmäßigen Nachkontrollen gehen, um einem chronischen Verlauf vorzubeugen. In den meisten Fällen heilt die Erkrankung aber nach etwa einem Monat aus.

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